Einen wunderschönen guten Morgen!
Man trifft sie überall, niemand arbeitet gerne mit ihnen zusammen und mit der Zeit bringen sie jeden auf die Palme. Der oder die Besserwisser!
Bei uns in Bayern nennt man diese Spezies einfach als Gscheidhaferl. Besserwisser oder Gscheidhaferl können ganz schön anstrengend sein und oft stellt man sich die Frage – geht es hier nur um das Thema insgesamt oder nur darum, recht zu haben. Wir hatten bei unserem Mädel-Stammtisch so eine Person, die sich aber durch ihre Art bzw. ihr Besserwissen selbst aus dem Kreis geschossen hat. Natürlich ist nicht jeder, der viel weis oder gerne erklärt gleich ein Besserwisser oder Gscheidhaferl. Grundsätzlich ist es ja schön, wenn jemand sein Wissen mit anderen teilt, doch diese Person strapaziert mit seinem Verhalten die Nerven seiner Mitmenschen. Gerade wenn das Wissen ungefragt oder sogar überheblich rüberkommt, denn dann kommt das Gefühl auf, man werde belehrt oder der andere hält einen für dumm oder unfähig.
Egal ob Ernährung, Alltag oder Politik jede Aussage wird vom Gscheidhaferl korrigiert, ergänzt oder sogar richtig gestellt. Dabei war diese Freundin durchaus intelligent und entscheidend ist nicht wie viel jemand weiß, sondern wie man damit umgeht. Wer sein Wissen hilfreich und respektvoll teilt ist kein Besserwisser, doch problematisch wird es dann, wenn ein Gespräch zum Wettbewerb wird oder jede Gelegenheit zur Korrektur genutzt wird. Ein Besserwisser nervt nicht, weil er viel weiß, sondern weil er andere wissen lässt, dass er es besser weiß.
Mit Besserwisser oder Gscheidhaferl geht man am besten gelassen um, indem man ihre Kommentare nicht persönlich nimmt und keine große Angriffsfläche bietet. Meist steckt keine böse Absicht dahinter, sondern ein Mangel an Selbstwertgefühl oder der Wunsch nach Anerkennung. Oft reicht schon eine Aussage wie „woher kommt deine Information“ oder „hast du dafür ein konkretes Beispiel“ um seinem Gegenüber die Segel aus dem Wind zu nehmen. Besserwisser wenden häufig eine Taktik an, indem sie ein Gespräch in eine Richtung lenken, wo sie sich besonders gut auskennen und das genüsslich auskosten.
Bei einem Mädel-Stammtisch wünscht man sich einen lebendigen Austausch, der den Abend bereichert. Doch wenn einer immer alles besser weiß, fällt es oft schwer gelassen zu bleiben. Ein Gscheidhaferl verhält sich als hätte er auf alle Themen die Wahrheit gepachtet, glaubt alle Antworten zu wissen. Derart anstrengende Menschen aus dem Weg zu gehen ist sicherlich die eine Strategie, doch oft reicht schon ein Satz der wie folgt lautet. „Danke für deine Meinung, ich werde sie mir bei Gelegenheit durch den Kopf gehen lassen. Vielleicht!!!“
Wünsche euch einen schönen Sonntag!